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Black Banx und WB21 im Fokus der Behörden – rechtliche Fragen rund um ein internationales FinTech

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Hinweis: Für alle im Folgenden genannten Personen gilt die Unschuldsvermutung. Der Beitrag dient der rechtlichen Einordnung medial berichteter Sachverhalte und stellt keine Vorverurteilung oder Rechtsberatung im Einzelfall dar.

Einordnung aus anwaltlicher Sicht

Internationale Zahlungsdienstleister und FinTech-Unternehmen stehen zunehmend im Fokus von Aufsichtsbehörden und Strafverfolgungsorganen. Grenzüberschreitende Geschäftsmodelle, unterschiedliche Lizenzregime und die Verbindung klassischer Zahlungsdienste mit digitalen Vermögenswerten führen regelmäßig zu komplexen rechtlichen Fragestellungen.

Aktuell wird diese Entwicklung am Beispiel von Black Banx und der damit verbundenen Person Michael Gastauer besonders deutlich.

Black Banx: Geschäftsmodell und öffentliche Darstellung

Black Banx tritt nach eigener Darstellung als weltweit tätiger Anbieter digitaler Finanz- und Zahlungsdienstleistungen auf. Kommuniziert werden unter anderem Multi-Währungs-Konten, Zahlungsfunktionen sowie eine internationale Kundenbasis. Zudem werden hohe Unternehmensgewinne und ein starkes Wachstum hervorgehoben.

Die Außendarstellung des Unternehmens ist geprägt von internationalem Auftreten, Medienpräsenz und Auszeichnungen. Solche Marketinginstrumente sind im FinTech-Umfeld grundsätzlich nicht ungewöhnlich. Gleichwohl zeigt die aktuelle Berichterstattung, dass diese Selbstdarstellung zunehmend rechtlich und journalistisch hinterfragt wird.

WB21 als Vorgängerunternehmen

In der aktuellen Berichterstattung wird auch das frühere Unternehmen WB21 thematisiert, das Michael Gastauer zugerechnet wird. WB21 war bereits vor mehreren Jahren im Bereich internationaler Zahlungsabwicklung tätig und gilt als Vorgängerstruktur von Black Banx.

Medien berichteten unter anderem über PR- und Award-Aktivitäten aus dem Jahr 2018, bei denen WB21 einen Preis an den eigenen Gründer verlieh. Solche Maßnahmen sind rechtlich zulässig, können jedoch Fragen zur Transparenz und zur Wirkung nach außen aufwerfen, ohne für sich genommen einen Rechtsverstoß darzustellen.

Durchsuchungen und Ermittlungen in Deutschland

Nach Berichten des Bayerischen Rundfunks kam es in Neustadt an der Aisch zu zwei polizeilichen Durchsuchungen eines Anwesens, zuletzt im Dezember 2025. Michael Gastauer steht demnach im Fokus dieser Maßnahmen.

Zuständig ist die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main. Nach deren Darstellung wird geprüft, ob weltweit Zahlungsdienste ohne die jeweils erforderlichen Genehmigungen angeboten worden seien. Zudem wird untersucht, ob diese Dienste von Dritten zur Durchführung von Geldwäschehandlungen genutzt worden sein könnten.

Black Banx erklärte hierzu, man habe selbst auf bestimmte rechtliche und regulatorische Fragestellungen hingewiesen und sehe kein eigenes Fehlverhalten. Ob die Ermittlungen in eine Anklage münden, ist derzeit offen.

US-Verfahren im Zusammenhang mit WB21

Neben den deutschen Ermittlungen wird in der Berichterstattung auch ein zivilrechtliches Verfahren in den USA thematisiert. Die US-Börsenaufsicht SEC führte ein Verfahren im Zusammenhang mit einem internationalen Aktienbetrug.

In diesem Kontext erging gegen Michael Gastauer ein Versäumnisurteil, das eine Zahlung von rund 17 Millionen US-Dollar vorsah. Hintergrund war der Vorwurf, dass über Konten des damaligen Unternehmens WB21 Gelder geflossen seien, um die Identität eines Betrügers zu verschleiern. WB21 beziehungsweise Black Banx bestritten, Kenntnis von betrügerischen Handlungen gehabt zu haben.

Nutzerberichte und ihre rechtliche Bedeutung

In der öffentlichen Diskussion werden zudem einzelne Nutzerberichte auf Bewertungsplattformen angeführt, in denen unter anderem Schwierigkeiten bei Auszahlungen geschildert werden. Solche Berichte können auf individuelle Probleme hinweisen, haben jedoch für sich genommen keine beweisrechtliche Qualität.

Unternehmen verweisen in diesem Zusammenhang regelmäßig darauf, dass negative Bewertungen aus frühen Entwicklungsphasen stammen oder keinen Rückschluss auf aktuelle Strukturen zulassen.

Rechtliche Bedeutung für Kunden und Geschäftspartner

Aus anwaltlicher Sicht verdeutlicht der Fall Black Banx/WB21, wie wichtig eine sorgfältige rechtliche Prüfung bei internationalen Zahlungsdienstleistern ist. Kunden, Investoren und Geschäftspartner sollten insbesondere klären:

  • welche Gesellschaft konkret Vertragspartner ist,

  • welche Lizenzen und Genehmigungen vorliegen,

  • welche Aufsichtsbehörde zuständig ist,

  • ob und in welchem Umfang Guthaben oder Einlagen geschützt sind.

Laufende Ermittlungen bedeuten nicht automatisch, dass Ansprüche bestehen oder Vermögenswerte gefährdet sind. Sie können jedoch Anlass sein, bestehende Geschäftsbeziehungen rechtlich überprüfen zu lassen.

Fazit aus Kanzleisicht

Black Banx und das frühere Unternehmen WB21 stehen derzeit im Spannungsfeld zwischen ambitionierter Selbstdarstellung, komplexen internationalen Geschäftsmodellen und behördlicher Prüfung. Die abschließende rechtliche Bewertung obliegt den zuständigen Behörden und Gerichten.

Für Marktteilnehmer gilt unabhängig vom konkreten Fall: Transparenz über Lizenzstatus, Aufsicht und Vertragsstrukturen ist im Bereich digitaler Finanzdienstleistungen von zentraler Bedeutung.

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